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Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden

07.12.2015

Ende November lud das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Herrn Thomas Funk als Referenten für die Fortbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte ein. Herr Funk ist Oberarzt am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN).
Durch seine eigene Erfahrung im Rettungsdienst weiß der Referent um die Belastungen und Streßsituationen der Einsatzkräfte vor Ort sowie deren mögliche Folgen.

 

So gab er zunächst einen Überblick über das breit gefächerte Themenfeld. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen mit Großschadensereignissen bei Anschlägen legte der Referent einen besonderen Schwerpunkt auf die seelische Belastung von Einsatzkräften. Er betonte, dass die Kenntnisse und die Wahrnehmung der Folgen für die Helfer oft in den Hintergrund gerate, und die Frage „Wer hilft den Helfern ?“ noch nicht routinemäßig gestellt werde. So ist diese Themen auch nicht immer in den Aus- und Fortbildungen der helfenden Professionen zu finden.
Sowohl in der Grundausbildung als auch in der Führungskräfteausbildung im Deutschen Roten Kreuz gehören diese allerdings glücklicherweise seit einigen Jahren zum festen Curriculum. Ein weiterer Themenschwerpunkt waren die posttraumatische Belastungsstörung und die sekundäre Traumatisierung von Einsatzkräften.

Bei Letzterem haben die Betroffenen das Geschehen zwar nicht unmittelbar selbst erlebt, werden aber als Rettungskraft direkt oder als Psychotherapeut indirekt Zeuge des traumatischen Geschehens. Hierdurch kann sich in manchen Fällen ein Teil der Traumatisierung aufgrund der empathischen Grundhaltung auf die Helfer übertragen und bei diesen zu einem eigenständigen Problem werden.

Menschen in helfenden Rollen gehören also zur besonders gefährdeten Zielgruppe. Somit sind unter anderem Einsatzkräfte, Ärzte, Seelsorger und Mitarbeiter in der Psychosozialen Notfallversorgung besonders gefährdet - auch in der Flüchtlingshilfe, in der das DRK Wiesloch ebenso aktiv ist. Wirksam zur Prävention ist daher ein bewusster, offener und fachkundiger Umgang mit diesem Thema, idealerweise eingebettet in ein soziales Netzwerk.
Ein gelungener Vortrag, aus dem die Einsatzkräfte sehr viel auch persönlich gewinnen konnten. Herzlichen Dank an Herrn Funk für diesen Abend!